Ich schrieb erstmals vor fünfzig Jahren in meiner Doktorarbeit in Syracuse über das Du-Ich-Ereignis. Damals schien Jean Piaget das letzte Wort zur Kindheit zu haben. Nach drei Jahren Lehrtätigkeit an der Universität Houston wanderte ich nach Israel aus und ließ mich zur Fremdenführerin ausbilden. Während meiner Haft im Gefängnis wegen Dienstverweigerung im Westjordanland diskutierte ich mit meinen Zellengenossen über das Du-Ich-Ereignis, wie es in einem Kapitel von „Confession from a Jericho Jail“ beschrieben wird. Von der Revolution in der Kindheitsforschung nach Piaget ahnte ich allerdings nichts. Ich entdeckte sie, als ich zufällig auf ein Buch mit dem Titel „The Interpersonal World of the Infant“ (Daniel N. Stern) stieß. Es dauerte weitere zwanzig Jahre, bis ich bereit war, es zu veröffentlichen.

Die Grundlage dafür lieferte mein erster Aufsatz: Das Du-Ich-Ereignis: Über die Entstehung des Selbstbewusstseins. Phänomenologie und die Kognitionswissenschaften. Vol 12(4), Dec 2013, 769-790.
Der zweite Aufsatz untersuchte, wie sich die Struktur der Erfahrung verändert, wenn ein Kind beginnt, mit sich selbst zu sprechen, als wäre es jemand anderes: Heidegger und der Säugling: Eine Zwei-Personen-Alternative zur Dasein-Analyse. Zeitschrift für Theoretische und Philosophische Psychologie, Vol 34(4), Nov 2014, 257-274.
Der dritte Aufsatz untersuchte den Ursprung des Zeitbewusstseins im Du-Ich-Ereignis: Das interaktive Jetzt: Eine Annäherung an das Zeitbewusstsein in der zweiten Person. JZeitschrift für phänomenologische Psychologie, Vol 47(2), 2016, 156- 182.
Das vierte Papier war Cogitor ergo sum: Der Ursprung des Selbstbewusstseins in der dyadischen Interaktion (Humanstudien , Bd. 42, 2019, 425-450).
Das fünfte Papier war Das "Innere" aufspüren in Die Zeitschrift für BewusstseinsstudienBand 30, Nummern 1-2, 2023, S. 191-214(24). Es ist freier Zugang.
Alle fünf Essays entwickeln die Grundidee: Du bist dabei, also bin ich. Die Philosophie begegnet dem Säugling ist ihre Krönung.
